Über das Vorhaben des VDMT, neben den bereits online verfügbaren Lokomotivnormen (LON) und der Sammlung der Dampflokvorschriften von Bundes- und Reichsbahn (DV 946) auch die ergänzenden und in großer Zahl erzeugten Zeichnungen der Staatsbahnen zur Dampfloktechnik zu scannen und zum Download anzubieten, haben wir vor kurzem an dieser Stelle bereits berichtet. Anlass war der Kontakt zum Archiv der Deutschen Gesellschaft für Eisenbahngeschichte, in dem eine ganze Reihe dieser Zeichnungen aufbewahrt werden.

Der Bericht hatte erfreuliche Folgen, denn es meldeten sich zwei Eisenbahnfreunde, die genau diese Aufgabe schon vor längerer Zeit in Angriff genommen hatten, teilweise durch Nutzung der Bestände des DB-Museums Nürnberg, das glücklicherweise auch eine große Zahl dieser Zeichnungen archiviert hat. Um nun Doppelarbeit zu vermeiden und überhaupt einmal eine Übersicht über die Bestände und auch Lücken zu gewinnen, ist ein Erfahrungs- und Datenaustausch in die Wege geleitet worden, von dem wir hoffen, dass er schon bald zu ersten Ergebnissen führen wird.

Lange Zeit waren diese Zeichnungen, deren Bezeichnung Fld (Fahrzeug - Lokomotive - Dampf) der Systematik der Reichsbahn-Zeichnungen folgt, ein Sammelgebiet oder Forschungsfeld für wenige Spezialisten. Mit dem stärker gewordenen Wunsch der Dampflokbetreiber, Aufarbeitungen und planmäßig wiederkehrende Untersuchungen in eigenen Werkstätten zumindest teilweise auszuführen und so die Kosten zu senken, wuchs aber der Wunsch, diese Zeichnungen einsehen zu können. Das Projekt des VDMT hat zum Ziel, alle überhaupt noch vorhandenen Fld-Zeichnungen zumindest zu erfassen.

Unter diesem Gesichtspunkt und dem Selbstverständnis des Verbandes als Dienstleister für die Museumsbahnen (und nicht etwa als technikhistorisch orientierter Verein) stellt sich die Frage, ob hierbei auch Zeichnungen nicht mehr existierender Fahrzeuge oder Baureihen nicht nur erfasst, sondern auch gescannt (soweit anderweitig nicht schon geschehen) und im Netz bereitgestellt werden sollen. Zeichnungen zu den Baureihen 01 oder 23 können für die Betreiber dieser Loks (auch in den Nachbarländern gibt es ja welche) von unmittelbarem Nutzen sein, aber was ist mit Unterlagen zu – beispielsweise –einer 06 oder einer 71?

Eine Entscheidung hierüber wäre noch zu treffen. Und was heißt schon „es gibt keine mehr“ in diesem Zusammenhang: In dieser Zeitschrift wurde vor einigen Jahren die Idee vorgestellt, eine „Schöne Württembergerin“, also eine Schnellzuglok der vor mehr als 60 Jahren von Deutschlands Schienen verschwundenen württembergischen Klasse C, nachzubauen – und selbst über eine neue bayerische Gt 2x4/4 wurde auf einer eigenen Website schon nachgedacht. Da kämen Zeichnungssätze hierzu gewiss recht.