Mit den Themen „Optimierung der Einkünfte“, „Sponsering“ und „Strategie- und Businesspläne“ widmeten sich die Referenten auf der Fedecrail-Jahreskonferenz 2016 den wirtschaftlichen Herausforderungen der Museumseisenbahnen und ihren Überlebenschancen.


Hugh Harkett, Vorstandsmitglied des englischen Dachverbandes der Museums- und Touristikbahnen HRA und Managing Direktor der North Norfolk Railway, sprach über die allgemein gültigen Grundvoraussetzungen für den heutigen Betrieb einer Eisenbahn. Er ließ in seinem Referat über strategische und Businesspläne keinen Zweifel daran, dass für jede Bahn, die auf lange Sicht überleben wolle, ein Strategieplan unerlässlich sei. Dazu müsse ein 10-Jahres-Plan aufgestellt werden, eingeteilt in drei Zeithorizonte: die ersten drei, die nächsten vier und die letzten drei Jahre. Schlüsselstrategien seien die Finanzen, der Kommerz, die Technik und die Infrastruktur. Die Umsetzung erfolge dann in Ein-Jahres-Schritten mit den entsprechenden Businessplänen. Entscheidend sei ein realistisches Ziel sowie eine kontinuierliche Überwachung und Anpassung an die jeweilige Entwicklung.
Managing Direktorin Chris Walton erläuterte, wie Bahnen ihre Einkünfte durch den Verkauf in ihrem Shop und in der Gastronomie verbessern können. Dabei seien wesentliche Punkte zu berücksichtigen: Qualität gehe vor Quantität, Gewinn vor Umsatz. Große Lagerhaltung sei zu vermeiden und das Angebot regelmäßig der sich ändernden Nachfrage anzupassen. Ein wechselndes Angebot in kleinen Mengen sei einem großen und langlebigen vorzuziehen, häufige Kontrollen unerlässlich. Wert müsse außerdem auf gut aus- und fortgebildete Freiwillige und auf ein einladendes Ambiente gelegt werden. Ein weiteres „zweites Einkommen“ könne durch Veranstaltungen erzielt werden.
Chris Le Marshall, Vizepräsident des weltweiten Dachverbandes der Museums- und Touristikbahnen WATTRAIN, zeigte an einem Beispiel in Australien, wie eine Eisenbahn als Teil eines Tourismuskonzeptes erfolgreich sein kann und in der Lage ist, Sponsoren zu gewinnen. Ein Tipp am Rande: Kleine Firmen geben nicht gerne Geld, wohl aber trennen sie sich von Überflüssigem und Gebrauchtem, das eine Bahn noch gut verwenden kann.