Die Europäische Föderation der Museums- und Touristikbahnen (FEDECRAIL) organisiert seit 2007 jährlich ein internationales Camp für jugendliche Museumseisenbahner. In diesem Jahr wurde in Kooperation mit dem VDMT das Treffen zum zweiten Mal in Deutschland veranstaltet; bereits 2009 hatten sich Jungen und Mädchen zwischen 16 und 25 Jahren hier getroffen. Gastgeber waren diesmal das Deutsche Dampflokomotiv Museum (DDM) in Neuenmarkt-Wirsberg und die Dampfbahn Fränkische Schweiz e. V. (DFS) in Ebermannstadt.

Zum mittlerweile 10. Youth Camp fanden sich 21 Jugendliche aus England, Schweden, Finnland, Ukraine, Rumänien, Österreich und Deutschland sowie fünf Betreuer aus den Niederlanden (Jos van der Heijden) und Deutschland (Johannes Füngers, Volker Dietel, Thomas Fischer und Bernd Furch) am Freitagnachmittag, 29. Juli, im DDM ein. Nach der Begrüßung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer – unter ihnen zwei Mädchen aus Schweden und eines aus Rumänien – ging es zur Unterkunft ins Jugendtagungshaus Wirsberg.

Die deutschen Teilnehmer kamen von den Berliner Eisenbahnfreunden, dem Verein Verkehrsamateure und Museumsbahn e.V.  in Hamburg sowie der Jagsttalbahn. Für den zehn Tage dauernden Jugendaustausch hatten die Organisatoren ein strammes Programm aus gemeinsamem Arbeiten und Besichtigungen geplant. Es war dabei aber auch an genügend Zeit fürs Kennenlernen und Wiedersehen gedacht worden.

Am Samstag begann das Arbeitspensum mit dem Waggonbau im Dampflokomotiv Museum. An einem ehemaligen Krankentransportwagen aus dem 1. Weltkrieg (Spurweite 750 mm) wurden die morschen Bretter der Seitenwände entfernt. Die Arbeiten gingen so zügig vonstatten, dass an diesem Tag schon die ersten Metallstreben entrostet werden konnten.

Für den Sonntag stand ein Besuch der Dampfbahn Fränkische Schweiz in Ebermannstadt auf dem Programm. Nach einer Busfahrt durch das Frankenland wurden bei der DFS das Gelände und die Fahrzeuge besichtigt. Große Freude herrschte bei den Jugendlichen aus der Ukraine, als sie einen Personenwagen mit der Beschriftung KIEV in der Halle fanden. Es gab Erklärungen und zahlreiche Erinnerungsfotos. Dann ging es auf die Reise mit dem Personenzug der DFS nach Behringersmühle. Großes Interesse zeigten die Teilnehmer an der Zuglok V 36 123. Die Rückfahrt mit dem Bus führte über das Kloster Banz.

Am Montag war dann das Scannen von Wagenzeichnungen vorgesehen. Dazu fuhren die jungen Leute und Betreuer mit der Bahn nach Kulmbach ins Landradsamt, wo mehrere unterschiedliche Scanner zur Verfügung standen. Hier gab es das obligatorische Foto mit dem Landrat für die heimische Presse. Das Streichen der neuen Holzbretter für den Krankentransportwagen sowie das Entrosten des Wagenkastens waren die Aufgaben für den Dienstag. Am Tag darauf unternahm die Gruppe einen Ausflug nach Nürnberg mit Ziel DB-Museum und Straßenbahndepot St. Peter. Am DB-Museum wurden die Camp-Teilnehmer vom VDMT- Vorsitzenden Günther Steinhauer begrüßt.

Donnerstag und Freitag teilten sich die jungen Museumsbahner und Museumsbahnerinnen in zwei Gruppen auf: eine strich den entrosteten Wagenkasten und baute die neuen Holzbretter ein, die andere beschäftigte sich mit den gescannten Zeichnungen. Da das Wetter am Donnerstagnachmittag zum Baden einlud, ging es zur Abkühlung ins Freibad. Große Freude herrschte bei den Teilnehmern, als am Freitag der Mitorganisator des Camps, Marco Meusburger, eintraf.

Auf die Wanderung entlang der Schiefen Ebene am Samstagvormittag folgte nach dem Mittag eine ausgedehnte Führung durch das DDM. Dabei konnte auch in Bereiche des DDM geschaut werden, die im Allgemeinen der Öffentlichkeit nicht zugänglich sind. In der Zwischenzeit war Vizepräsident Heimo Echensperger von FEDECRAIL eingetroffen, der an diesem letzten gemeinsamen Abend den Teilnehmern für ihren enormen Einsatz dankte. Sie haben es geschafft, dass dem DDM wieder ein aufgearbeiteter Wagen zur Verfügung steht. Auch wurden über 1500 Wagenzeichnungen gescannt.

Das Gruppenfoto vor dem fertigen Wagen am Anfang des Beitrages hat Bernd Furch aufgenommen. Die folgenden Fotos stammen von Thomas Fischer.