Die Einhaltung der technischen Vorgaben der Regelung B 011 zum Sanden – gültig seit dem 1. März 2016 – stellt bei Bestandsfahrzeugen eine Herausforderung dar, weil die alten ungeregelten Sandtreppen einen Nenndurchsatz von 1,6 kg/30 s bei 8 bar Hauptluftbehälterdruck hatten, während nach der B 011 zum Erreichen von 2 Punkten im Auswahl-Pflichtbereich „Sandausbringungsmengen pro Sandstreuanlage“ (400 + 100) g/30 s gefordert sind.

            Dazu kommt, dass bei Bestandsfahrzeugen die Sandtreppen durch den aufgewirbelten Sand oft abgezehrt sind, die Verlegung der Sandfallrohre nicht mehr der ursprünglichen Auslegung entspricht und durch zu seltenes Entwässern der Hauptluftbehälter um Teil erhebliche Korrosion – insbesondere an den Düsenplatten – in den Sandtreppen zu verzeichnen ist. So ergaben sich auf ein und derselben Lok (BR 211) an den vier Sandtreppen Sandausbringungswerte von 92 bis 1643 g/30 s!

            Ein kompletter Austausch aller Sandtreppen und Sandfallrohre kommt aus Kostengründen oft nicht in Betracht, weil die Restnutzungsdauer eine Amortisation der Maßnahme nicht erwarten lässt oder – wie bei historischen Fahrzeugen – der ohnehin extrem enge Kostenrahmen für die Unterhaltung gesprengt werden würde.

            Für ex-DB V- und E-Streckenlokomotiven wurde vom SePhys-Ingenieurbüro für technische Physik in München eine Lösung entwickelt, bei der austauschbare, in der Höhe verstellbare Edelstahlluftdüsen verschiedener Bohrungsdurchmesser als Wühl- und Förderdüsen in eine Edelstahldüsenplatte eingeschraubt werden. Dadurch können unterschiedliche Abzehrungsgrade der Sandtreppen und verschiedene Längen der Sandausbringungsrohre/-schläuche ausgeglichen werden.

            In Zusammenarbeit mit dem VDMT wurde auch für Dampflokomotiven mit Borsigschen Sandtreppen (DRG-Einheitslokomotiven) eine Lösung erarbeitet, die mit den gleichen Wühl- und Förderdüsen arbeitet, wie sie für die ex-DB V- und E-Streckenlokomotiven entwickelt wurden. Die oben beschriebene Umsetzung der B 011 zum Sanden von Bestands­fahrzeugen ist kommerziell verfügbar von SePhys Dr. rer. nat. Reinhard W. Serchinger, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder Telefon 089-512 6153-0. Für historische Dampflokomotiven von VDMT-Mitgliedsbahnen gelten Sonder­konditionen.

Der Vortrag der Tagung hier zum download.