preise2017

SDE-Preis 2017 geht an die IG 3-SeenBahn

Auf der letzten Herbsttagung des VDMT im November in Münsingen wurde der "SDE-Förderpreis" 2017 an die IG 3-SeenBahn für eine vollständig neu aufgebaute Gleisanlage im Bahnhof Seebrugg verliehen. Die Stiftung Deutsche Eisenbahn (SDE) möchte mit diesem zum zweiten Mal vergebenen und auf 4500 Euro dotierten Preis insbesondere abgeschlossene Infrastruktur-Projekte fördern. Der Bahnhof Seebrugg am Rande des Schluchsees zeichnet sich dadurch aus, dass seine kompletten Anlagen noch vorhanden sind und auch das Umfeld weitestgehend unverändert im Zustand der 50er Jahre erhalten ist.

Ein Endbahnhof einer Nebenbahn, der noch über alle Anlagen verfügt, ist heute im Zeitalter schlanker Netzinfrastruktur bei der Bahn eine Seltenheit. 2008 sollten die umfangreichen Gleisanlagen des Bahnhofs komplett abgerissen werden. Dieser Umstand war die eigentliche Keimzelle der IG 3-SeenBahn e.V. Die Rettung des Bahnhofes ist inzwischen gelungen. Ziel des Vereins ist neben der Erhaltung und Sanierung aller Anlagen die Einrichtung eines Museumsbahnverkehrs mit authentischen Fahrzeugen der Höllental- und Dreiseenbahn. Der Bahnhof soll zu einem Freiluftmuseum weiterentwickelt werden. Die Dreiseenbahn ist knapp 20 Kilometer lang und zweigt in Titisee aus der Höllentalbahn ab.

Dieter-Junker Preis 2017 fürs Öchlse

Das Projekt „Stuttgart 21“ beim Öchsle ist mit dem Dieter-Junker-Preis 2017 in Höhe von 3500 Euro ausgezeichnet worden. Dabei handelt es sich um die Aufarbeitung des ältesten erhaltenem württembergischen Schmalspur-Personenwagen. Er wurde 1891 von der Maschinenfabrik Esslingen für die königlich Württembergischen Staatseisenbahnen „Nagold-Altensteig“ gebaut und war im Schwarzwald im Einsatz. Gegen Mitte der 60er Jahre kam die Ausmusterung, das Fahrwerk wurde entfernt. Der Wagenkasten diente einer Imkerei als Lagerraum. 1975 kaufte die DGEG das Wrack, arbeitete es für die Jagsttalbahn auf und spurte den Wagen auf 750 mm Spurweite um. 1988 endete mit Einstellung des Museumsbahnverkehrs sein Einsatz erneut. Ende der 90er Jahre kam er schließlich zum Öchlse, wo so umfangreiche Arbeiten zur Restaurierung notwendig wurden, dass diese erst 2013 begonnen und nun erfolgreich abgeschlossen wurden. Bis aus dem ältesten erhaltenen Schmalspur-Personenwagen der Königlich Württembergischen Staatseisenbahnen wieder ein wahres Schmuckstück geworden ist, mussten rund 3500 ehrenamtliche Arbeitsstunden geleistet werden.

Sonderpreis für MEM
Zusätzlich zum regulären Dieter-Junker-Preis 2017 verlieh die Stiftung in diesem Jahr erstmalig einen Sonderpreis in Höhe von 500 €uro für besondere Leistungen. Der Preis ging an die Museum-Eisenbahn Minden e.V. (MEM), die über Jahrzehnte einen kompletten Zug aus preußischen Zeiten zusammengestellt und originalgetreu restauriert hat. Der MEM-Preußenzug steht unter Denkmalschutz.