Hier finden Sie die aktuellen Informationen über die Arbeit vom Verband deutscher Museums- und Touristikbahnen e. V. (VDMT) und die Pressemitteilungen des Verbandes. Die auf dieser Seite bereitgestellten Informationen können uneingeschränkt verbreitet werden.

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Recht gilt als eher langweilige Materie. Dass dieses Urteil gerade für das Eisenbahnrecht in Bezug auf die Museumsbahnen nicht zutrifft, davon konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei einem Vortrag auf der 65. Museumsbahnertagung im Herbst im DDM in Neuenmarkt-Wirsberg überzeugen.

Auf der Ebene der Rechtssetzung ist zwar unlängst das Eisenbahnregulierungsgesetz gescheitert; das „Schienengüterfernverkehrsförderungsgesetz“ kann aber auch für Museumsbahnen eine zusätzliche Geldquelle darstellen, und die neuen Eisenbahnrechtsverordnungen, unter anderem zur Triebfahrzeugführerprüfung, werfen auch für sie viele Probleme auf.

„Unter Dampf“ stand die 65. Museumsbahnertagung mit Fach- und Rahmenprogramm vom 8. bis 10. November 2013 in Neuenmarkt-Wirsberg, zu der das Deutsche Dampflokomotiv Museum und der VDMT eingeladen hatten. Die am Samstagmittag auf dem Museumsgelände einfahrenden  Dampflokomotiven 01 150 und 01 202 – beide einst im nahegelegenen Bw Hof stationiert – zogen die Tagungsteilnehmer magisch an. Im „Kohlenhof“ des Museums wurden die Maschinen, die einen Sonderzug der IGE Erlebnisreisen durch Süddeutschland führten, mit Wasser und Kohle versorgt. Eine Mitfahrt über den Abschnitt der „Schiefen Ebene“ stellte den Höhepunkt im Rahmenprogramm der Tagung dar. Dass die soeben aufgearbeitete schweizerische 01 202 nach der für Fotografen spektakulären Bergfahrt mit festgebremster Schleppachse und einer massiven Flachstelle schadhaft aus dem Zug genommen werden musste, trübte zwar im Nachhinein den Genuss und ließ das Programm der Tagung zeitlich etwas „aus dem Tritt“ kommen, sie zog aber auch am folgenden Tag noch das Interesse der Experten auf sich.

Als anerkannte Regel der Technik und von den Eisenbahn-Aufsichtsbehörden der Länder eingeführte Grundlage für den Erwerb einer Berechtigung zum Fahren und Bedienen von Lokomotiven und Steuerwagen gilt seit 2006 die VDV-Schrift 753 "Eisenbahnfahrzeug-Führerschein-Richtlinie", die unbestritten die Grundlage für die Ausbildung und den Einsatz von Lokführern bei öffentlichen Eisenbahnen darstellt. Sie regelt ferner die Erstellung von Dokumenten hierzu, die die Befähigung (den „Führerschein“) und die Berechtigung (das Beiblatt) umfassen. Auch wenn eine Formvorschrift hierzu mangels Rechtsgrundlage nicht besteht, werden praktisch alle „Führerscheine“ und alle Beiblätter in Deutschland über die beka GmbH in Köln vertrieben. Ein Register hierfür gibt es jedoch – wiederum mangels Rechtsgrundlage – nicht.

 

Der Wagen KN 18 ist auf seine angestammte Strecke zurückgekehrt. Mit diesem Wagen, einem Kleinbahn-Ci, der 1903 für die Kleinbahn Cassel-Naumburg gebaut worden ist, besitzt der HESSENCOURRIER nun fünf Personen- und Packwagen aus der Gründungszeit dieser Bahn. Der Personenwagen war ausschließlich auf den Gleisen der nordhessischen Kleinbahn unterwegs. 1973 kam er zum MEC Essen, anschließend zum DGEG-Museum Bochum-Dahlhausen und wurde Anfang 2013 zum Kauf angeboten. Anfang September wurde der neu aufgearbeitete Wagen wieder in Betrieb genommen. Zusammen mit der letzten erhaltenen Naumburger Lok 206 ist der Kasseler Verein nun in der Lage, einen einst alltäglichen Zug der Kleinbahn darzustellen und damit auf den ursprünglichen Gleisen der Kleinbahn Museumsbahn-Betrieb anzubieten.

Seit vielen Jahren schlägt der Verein Hei Na Ganzlin, der im mecklenburgischen Röbel (Müritz) vor gut 20 Jahren eine umfangreiche Sammlung von DR-Fahrzeugen aufgebaut hatte, eine interne Schlammschlacht über die Eigentumsrechte an diesen Fahrzeugen und die Vertretungsrechte des Vereins. Die für einen zugehörigen Museumsbetrieb vorgesehene DB-Strecke Waren - Röbel ist inzwischen weitgehend abgebaut worden.

125 Jahre alt ist die Chiemseebahn in diesem Jahr geworden und damit die älteste Dampfstraßenbahn der Welt. Sie verbindet den Bahnhof Prien am Chiemsee mit dem Schiffsanleger. Seit Kurzem ist sie als jüngstes Mitglied des VDMT zugleich auch dessen älteste und traditionsreichste Bahn.

Die Jahreskonferenz 2014 des europäischen Dachverbandes der Museums- und Touristikbahnen, FEDECRAIL, findet vom 3. bis 9. April 2014 in Budapest statt. Ungarn ist eines von 26 Ländern, die dem Verband angehören, darunter Deutschland mit dem VDMT. Die Konferenz wird wie gewohnt in zwei Teilen abgehalten: dem Business- und anschließendem Exkursionsprogramm. Zunächst tagen die Arbeitsgruppen und der Vorstand, bevor am Freitag das Plenum der Delegierten zusammentrifft. Für die Partner gibt es unterdessen ein touristisches Angebot.

Die Verordnung 2007/59/EG der Europäischen Union hat zum Ziel, europaweit einheitliche Bedingungen für den Erwerb und die Verwaltung von „Lokführerscheinen“ zu schaffen, um - unter anderem - den europaweiten Einsatz von Lokführern zu ermöglichen. Hierbei wurde jedoch zu wenig bedacht, dass Lokführer in der Regel eben nicht grenzüberschreitend eingesetzt werden und auch deren angestrebte europaweite berufliche Mobilität nicht der Lebenswirklichkeit entspricht. Die Folge sind zu hohe Ansprüche in etlichen Bereichen, die in Deutschland zudem durch die mit hoher Regelungstiefe versehenen Anforderungen der - zur Umsetzung in nationales Recht erforderlichen - Triebfahrzeugführerscheinverordnung (TfV) zementiert wurden. Dass die Museumsbahnen hiervon in unangemessener Weise betroffen sein würden, ist angesichts des praktisch völligen Fehlens grenzüberschreitender Verkehre wohl verständlich.

Vier junge Museumseisenbahner aus Deutschland nehmen in diesem Jahr an dem internationalen Jugendaustausch von FEDECRAIL, der Europäischen Föderation der Museums- und Touristikbahnen, vom 2. bis 11. August in Österreich teil. Insgesamt treffen sich dort 24 junge Leute zwischen 15 und 24 Jahren und drei österreichische Betreuer, um Land und Leute kennen zu lernen, gemeinsam Arbeiten bei Museumsbahnen durchzuführen und eigene Erfahrungen aus den Heimatländern auszutauschen. So entstehen wertvolle Kontakte für die Zukunft. Die Organisation des diesjährigen Youthcamps liegt in den Händen von Harald Baminger, Sekretär des Verbandes Österreichischer Museums- und Touristikbahnen.

Praxisorientierte Themen bestimmten die 64. Museumsbahntagung am 16. und 17. März 2013 in Wandlitz, die von den Berliner Eisenbahnfreunden e. V. (BEF) ausgerichtet wurde. Im Rahmen dieses Treffens hielt der Verband Deutscher Museums- und Touristikbahnen (VDMT) zudem seine 21. ordentliche Mitgliederversammlung ab. Umrahmt wurde das Programm von einem Besuch des Lokschuppens und des Heidekrautmuseums in Basdorf und einer Fahrt mit dem BEF-Schienenbus VT 95 9396 und VB 142 307 zum Deutschen Technikmuseum Berlin auf dem Gelände des ehemaligen Anhalter Bahnhofs.

Zum vergangenen Jahreswechsel hat der VDMT eine Kooperationsvereinbarung mit der Schienenweb UG abgeschlossen, die es VDMT-Mitgliedern (gemeinnützigen Vereinen) ermöglicht, das Buchungssystem "Fahrkartendrucker" zu einem um 20 % ermäßigten Preis zu nutzen. Statt 2,5 % Systemgebühr vom Umsatz werden dann nur 2 % berechnet.